Unterwegs

Die Sahara ist mit neun Millionen Quadratkilometern die größte Trockenwüste der Erde. Das entspricht etwa der Größe der gesamten USA oder der 26-fachen Größe Deutschlands. Sie erstreckt sich von der afrikanischen Atlantikküstebis zur Küste des Roten Meeres. Sie gehört zu den Wendekreiswüsten.

Die Sahara ist größtenteils eine Steinwüste oder Felswüste (Hammada), oder auch Kies- beziehungsweise Geröllwüste (Serir); die überwiegend bekannte Sandwüste (Erg) macht mit etwa 20 Prozent nur einen geringen Teil der Sahara aus.

In der altägyptischen Sprache hatte die Sahara den Namen „dscheret“ („Wüste“); in der arabischen Sprache wiedergegeben mit ṣaḥrā für „Wüste“. In entsprechender Weise bezeichnen die Tuareg die Sandwüste in der südlichen Sahara mit Ténéré, was übersetzt „Land da draußen“ oder auch „Wüste“ heißt. Im Arabischen wird die Sahara daher genauer aṣ-ṣaḥrā’ al-kubrā, „die (sehr) große Wüste“ genannt. Bisweilen findet man auch den Namen baḥr bilā māʾ, „Meer ohne Wasser“.

Die antiken Römer nannten das Land südlich von Karthago Terra Deserta für unbewohntes/verlassenes Land. Im Mittelalter nannte man die Sahara schlicht Große Wüste. Erst im 19. Jahrhundert hat sich die Bezeichnung Sahara durchgesetzt.

Die Sahara liegt im Norden Afrikas. Sie erstreckt sich von der Atlantikküste bis zur Küste des Roten Meeres. In Ägypten wird sie durch die Flussoase des Nilsunterbrochen. Im Norden befindet sich der Maghreb (Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen), im Süden liegt die Sahelzone. Saharastaaten sind (ganz oder teilweise): Ägypten, Libyen, Mali, Niger, Tschad, Sudan, Mauretanien, Westsahara, Marokko, Algerien und Tunesien.

Die Sahara ist auch Ort von einigen gelösten und ungelösten Rätsel, wie zum Beispiel jenes über das Libyan Desert Silica Glass (Wüstenglas)

Die Bilder stammen aus Ägypten, Libyen, Niger und Algerien.

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People

Die geringe einheimische Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Arabern, Berbern und Mauren.Daneben gibt es kleine Gruppen wie die  Tubu (auch Tibbu) und Tuareg. Das zahlenmäßig größte Saharavolk sind die Tuareg. 60 Prozent der Saharabewohner sind sesshafte Oasenbauern, 40 Prozent Nomaden und Halbnomaden. Größere Siedlungen finden sich vor allem am Nordrand der algerischen Sahara. Neusiedlungen haben sich in den erdöl- und erdgasfördernden Gebieten Algeriens und Zentrallibyens gebildet. Im Westen und in der libyschen Wüste sind weite Teile menschenleer.

Die Tuareg sind ein Berbervolk. Sie sollen Nachkommen der Garamanten sein, die im 7. Jahrhundert von den Muslimen aus dem Fezzanvertrieben wurden. Zunächst breiteten sie sich in der zentralen Sahara aus.

Das Wort Tuareg (männliche Einzahl Targi, weibliche Einzahl Targia) ist ein beduinisch-arabisches Wort und leitet sich von dem Wort Targa, dem berberischen Namen für die Provinz Fezzan in Libyen, ab. Damit bezeichnete Tuareg ursprünglich nichts anderes als die Bewohner des Fezzan. Der Name Tuareg hat sich seit der Kolonialzeit im deutschen, frankophonen und angloamerikanischen Sprachraum eingebürgert. Die Tuareg selbst bezeichnen sich nicht mit diesem Namen. Die emische Bezeichnung der Tuareg lautet Imajeghen im Niger, Imuhagh in Algerien und Libyen und Imushagh in Mali. Diese Eigenbezeichnung bezieht sich auf Menschen mit freier Abstammung, die noble Qualitäten besitzen. Damit wird auf den Ehrenkodex (asshak) der Sahara- und Sahelbewohner  hingewiesen. Neben dieser Eigenbezeichnung Imajeghen/Imuhagh/Imushagh findet auch der Name Kel Tamasheq, „die Leute, die Tamasheq sprechen“, Verwendung.

In der Literatur werden die Tuareg bis heute als Kel Tagelmust, „die Leute des Gesichtsschleiers“ oder Das blaue Volk bezeichnet, da sie mit Indigogefärbte Kleidung tragen. Beide Begriffe werden von den Tuareg selbst nicht verwendet. Sie dienen nur dazu, die Tuareg zu mystifizieren, und sie im Kontext des Tourismus werbewirksam zu vermarkten.

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Kamele

Die Kamele (Camelidae) gehören zu den Paarhufer. Sie lassen sich in zwei Gruppen unterteilen. Die erste Gruppe bilden die Altweltkamele (Camelus) mit dem Dromedar (einhöckrigem Kamel) und dem Trampeltier (zweihöckrigem Kamel). Die zweite Gruppe umfasst die Neuweltkamele mit den Gattungen Lama und Vikunja. Das einköckrige Kamel kann zwischen 300 und 700 Kilogramm schwer werden.

Da Kamele vorwiegend trockene Regionen bewohnen, haben sie eine Reihe von Merkmalen entwickelt, mit dem Wasser besser hauszuhalten. Stark verlängerte Henlesche Schleifen in den Nieren sorgen für eine hohe Konzentration des Urins, auch der Kot ist im Vergleich zu anderen Säugetieren verdickt. Eine Besonderheit sind die Roten Blutkörperchen, die nicht rund, sondern oval sind. Diese Form bewirkt, dass Kamele in kürzester Zeit sehr viel Wasser aufnehmen können (kolportiert werden 200 Liter in 15 Minuten) ohne die Gefahr einer  Wasserinoxikation („Überwässerung“ des Körpers). Die Körpertemperatur der Kamele ist variabler als die der meisten anderen Säugetiere und kann um 6 bis 8 ° schwanken, was das Schwitzen deutlich vermindert.

Altweltkamele sind durch die Höcker charakterisiert, die entgegen der landläufigen Meinung nicht als Wasser-, sondern als Fettspeicher fungieren – geschrumpfte Höcker sind also ein Anzeichen für einen schlechten Ernährungszustand. Die Anpassung der Nieren, der Mechanismen zur Regulierung der Körpertemperatur und die Resorption von Wasserdampf aus der Atemluft mit Hilfe der Nasenschleimhäute wurde insbesondere von Knut Schmidt-Nielsen erforscht.

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Sites

Als die Sahara wieder zur unbewohnbaren Wüste wurde, wanderten immer mehr Menschen in das nun fruchtbare Niltal aus, wo das altägyptische Reich entstand. Im 2. Jahrtausend v. Chr.  begann die Pferdezeit, so benannt, weil ab dieser Zeit Pferde in den Motiven der Höhlenmalerei vorherrschen. Ebenso wie in Ägypten, Anatolien und der Ägäis wurde im 16. Jahrhundert v. Chr. die „Wunderwaffe“ der Bronzezeit, der Streitwagen, eingeführt. Pharao Ramses III. listet 92 Streitwagen sowie 184 Pferde als Beute seines Libyen-Feldzuges auf.

Mit der Austrocknung der Sahara kam der langsame Niedergang von Ackerbau und Viehzucht. Durch die assyrische Eroberung Ägyptens im 7. Jahrhundert v. Chr. kam das Kamel nach Afrika und löst das Pferd als wichtigstes Lastentier ab. Spätestens seit der Ptolemäerzeit wurde es im grösseren Masse eingesetzt.

Im Zentrum der Sahara entstand ab dem 5. Jahrhundert vor Christus das Reich der Garamanten, das zum einen auf erfolgreicher Oasenwirtschaft beruhte, dessen großer Reichtum aber aus dem Handel zwischen Afrika und dem Mittelmeerraum zunächst mit den Griechen über Cyrene, dann mit den Römern über Leptis Magna beruhte. Der Niedergang des weströmischen Reiches stoppte diesen Handel weitgehend, und die Erschöpfung von Grundwasservorräten schränkte die Oasenwirtschaft ein.

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Felsmalereien

Die Felsmalereien im Hochplateau Tassili n’Ajjer zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen prähistorischer Höhlenmalerei der Welt. Sie liegen in dem rund 72000 qkm grossen Nationalpark süd-östlich von Algerien, Nahe der Grenze zu Libyen, Niger und Mali. Schon vor 8000 Jahren entstanden hier um 6000 v. Chr. die ersten Felszeichnungen, die anschaulich die Lebensweise der Menschen damals dokumentieren und ebenso die Flora und Fauna. Schon damals muss es hier ein trockenes Klima gegeben haben, das legen die rund 15000 Bilder dar, die z.T. in die Wände geritzt wurden. Die Felsmalereien wurden 1933 entdeckt und gehören zum Unesco Weltkulturerbe.

Die Felszeichnungen im libyschen Teil des Tadrart sind 1985 in die Unesco Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden. Das Massiv des Tadrart Akkakus (über 250 qkm) befindet sich süd-westlich in Libyen Nahe der Grenze zu Algerien (zum Tassili N’Ajjer). Seit 1955 wurden Hunderte von Felsritzungen und Tausende von Zeichnungen durch italienische und libysche Archäologen katalogisiert. Ihre Entstehungszeit erstreckt sich vom Pleistozän (12.000 bis 8000 v. Chr.) bis in das erste Jahrhundert nach Christus. An den abgebildeten Szenen lassen sich sowohl die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft als auch die allmählichen Klimaveränderungen von einer Savannenlandschaft über Zeiten mit feuchterem Klima bis zur heutigen Wüste verfolgen.

Weiter östlich befinden sich weitere Felszeichnungen im Wadi Mathendous. Heinrich Barth war der erste Europäer, der die Hochfläche im Jahre 1850 von Osten nach Westen durchquerte und dabei die ersten Felsbilderdieser Region entdeckte und beschrieb.

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